Hin- statt Wegsehen

Kinderschutz im TSC Spandau

Hinsehen ist unsere Verantwortung – Wegsehen keine Option.

Kinder und Jugendliche vertrauen uns ihre Zeit, ihre Begeisterung und ihr Wohl an. Gewalt und Vernachlässigung passieren oft im Verborgenen. Wer die Anzeichen kennt und aufmerksam bleibt, kann früh handeln und schützen. Diese Seite hilft dir, Gefährdungen zu erkennen und im Ernstfall richtig zu reagieren.

Die vier Gefährdungsarten

Im Kinderschutz werden vier Formen der Gefährdung unterschieden. Sie können einzeln – häufig aber auch in Kombination – auftreten.

Körperliche Misshandlung

„alle Handlungen […], die zu körperlichen Verletzungen oder gar zum Tod des Kindes führen können"

ProPK, 2023, S. 9

Seelische Misshandlung

u. a. „wiederkehrende Äußerungen oder Verhaltensweisen, die Kinder ängstigen, sie herabsetzen oder überfordern"

ProPK, 2023, S. 10

Vernachlässigung

„wenn Kinder das für ihre körperliche und seelische Entwicklung notwendige Maß an Zuwendung, Schutz und Fürsorge nicht oder nicht ausreichend erhalten"

ProPK, 2023, S. 11

Sexueller Missbrauch / Gewalt

„jede sexuelle Handlung, die an oder vor Mädchen und Jungen gegen deren Willen vorgenommen wird oder der sie aufgrund körperlicher, seelischer, geistiger oder sprachlicher Unterlegenheit nicht wissentlich zustimmen können"

  • Nutzen einer Machtposition zur Befriedigung eigener Bedürfnisse
  • § 174 StGB: sexuelle Handlungen mit / vor zur Erziehung oder Betreuung untergeordneten Minderjährigen
UBSKM, 2019, zit. n. dsj, 2021, S. 14

Warnsignale erkennen

Nicht jedes Anzeichen trifft auf jedes Kind zu, und es können weitere hinzukommen. Wichtig ist: wachsam beobachten, keine voreiligen Schlüsse ziehen – und im Zweifel lieber einmal zu viel eine Fachperson hinzuziehen.

Körperliche & seelische Misshandlung

  • Angst vor dem Zuhause
  • Kontaktscheue
  • (scheinbar grundlose) Aggressivität
  • starker Leistungsabfall
  • Sprachstörungen / Entwicklungsrückschritte
  • häufige, oft unentschuldigte Fehlzeiten
  • ständige, oft unterschiedlich alte Verletzungen
  • Verbergen „nackter" Körperstellen (z. B. langärmlige Shirts)
vgl. ProPK, 2023

Vernachlässigung

  • altersunangemessen lange draußen / darf nicht rein oder raus
  • keine festen Zuhause-Zeiten
  • Entwicklungsmängel
  • angetrunkene Eltern
  • schmutzige, zu kleine oder unpassende Kleidung
  • riecht unangenehm
  • häufig hungrig
  • krank, keine regelmäßigen Arztbesuche
  • abwehrende Haltung zu sozialen Kontakten
  • anhänglich und distanzlos
vgl. ProPK, 2023

Sexuelle Gewalt

  • Konzentrationsstörungen
  • ständige Müdigkeit
  • (scheinbar übertriebene) Wachsamkeit
  • Schreckreaktionen
  • Reizbarkeit / Wutausbrüche
  • Vermeidungsverhalten / Rückzug
  • extremes Leistungsverhalten
  • geistige Abwesenheit
  • Suchttendenzen
vgl. dsj, 2021

… konkret im Sportverein

Physische Gewalt

  • geschüttelt / geschlagen werden
  • umgerissen werden
  • verletzt / krank mitmachen müssen

Psychische Gewalt

  • abwertende Spitznamen
  • Kritik der Figur
  • ignoriert werden
  • Sachen beschädigen

Vernachlässigung

  • fehlende Versorgung
  • unsichere Ausrüstung
  • Ignorieren von Bedenken

Sexualisierte Gewalt

  • ungewollte Massage
  • Entblößung
  • (Oral-)Sex
  • anzügliche Bemerkungen

Risikofaktoren & Täterstrategien kennen

Risikofaktoren (v. a. Familie)

  • Lebensgeschichte / -situation (z. B. eigene negative Erfahrungen, schwierige Lebensumstände)
  • besonderer Betreuungsbedarf des Kindes (z. B. Behinderung)
  • Familienkrisen / -konflikte (Überforderung)
  • häusliche Gewalt (Paargewalt → seelische Gewalt am Kind)
vgl. ProPK, 2023

Täterstrategien sexualisierter Gewalt

  1. „Grooming": Aufmerksamkeit schenken, Abhängigkeit herstellen, Schuld provozieren
  2. Grenzen austesten und erste Übergriffe (Ausnutzen der Machtposition)
  3. emotionale Erpressung (Ausnutzen der Machtposition)

→ nach außen oft vorbildliches Auftreten

vgl. dsj, 2021

Etwas bemerkt? So handelst du richtig.

Die sichersten Hinweise geben uns die Betroffenen selbst – wenn sie den Mut finden, zu sprechen. Nimm sie ernst und handle besonnen. Entscheide nie allein und melde dich im Zweifel lieber einmal zu viel.

1
Glauben schenken
Die betroffene Person ernst nehmen, zuhören, nicht drängen und keine eigenen Ermittlungen anstellen.
2
Dokumentieren
Beobachtungen und Aussagen sachlich, mit Datum, festhalten – ohne Bewertung.
3
Hilfe holen
Die Ansprechperson im Verein und / oder eine Fachberatung einbeziehen. Bei akuter Gefahr sofort den Notdienst.
Ansprechpartner & Notfallnummern →
Quellen

Deutsche Sportjugend im DOSB e. V. (dsj) (2021): Safe Sport – Ein Handlungsleitfaden zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Grenzverletzungen, sexualisierter Belästigung und Gewalt im Sport. Deutsche Sportjugend.

Programm Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) (2023): Kinder schützen. Eine Handreichung für Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte.

Du willst dabei sein?

Nimm über das Formular direkt Kontakt mit uns auf und melde Dich für ein Probetraining an.

Wir freuen uns auf Dich!